Worte und Bilder von Roland Klose

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am 2. Juni (Freitag) war ich zusammen mit meiner Frau auf der EXPO in Hannover. Die Hinfahrt mit dem eigenen Wagen war schnell erledigt (80 Min Fahrzeit bis Hannover Laatzen - Parkplatz Süd 6). Streckenhinweis: Auf der A27 ist vor dem Walsroder Dreieck eine 12km lange Baustelle (Tempo 60-Radar). Außerdem kann es passieren das die Verkehrsregelung auf der A7 Tempo 80 vorschreibt (fast die ganze Strecke... naja, das spart Sprit). Irgendwann ist man dann in Laatzen. Den Parkplatzschildern (EXPO) folgen. Vom Parkplatz zum Expogelände gibt es einen Busservice (Fahrzeit ca. 10min). An den Kassen war auch nicht viel los. Kosten: DM 20,- für den Parkplatz, DM 69,- für ein Ticket + DM 10,- Tageskassenaufschlag (mo-fr). Hinweis: Sa+So beträgt der Aufschlag DM 20,-!. Tickets die erst ab 15:00 Uhr bzw. 19:00 Uhr gelten sind günstiger zu bekommen. Das Expogelände hat bis 0:00 Uhr geöffnet. Nachdem man sein Ticket bekommen hat geht man damit zum Eingang. Der ist genauso gut gesichert wie auf einem Flughafen. Eine Frau vor uns mußte tatsächlich eine Schere abgeben. Interessanterweise hätte man aber von außen über den Zaun Dinge rein geben können..... Also irgendwie inkonsequent... Als erstes auf dem Gelände fällt der Wal des CVJM auf. Darin wird ein etwa 24min langer Zeichentrickfilm gezeigt. Ist was für Leute die auf Kirche stehen. Danach kann man sich Projekte in der 3. Welt anschauen. Sehr interessant, ein Besuch lohnt sich. Außerdem haben die auch ein Bistro da drin.
Danach gab's dann die Wahl: entweder zu Fuß weiter laufen, oder mit der Seilbahn ans andere Ende des Geländes. Wir haben zweites gewählt. Pro Person und Fahrt kostet das Extra. Und zwar DM 5,-. Aber dafür gibt es einen tollen Ausblick über das Gelände. Z.B. direkt in das Gelände der Vereinigten Arabischen Emirate. Dazu später mehr. Auch der Stand von Monaco was zu deutsch ja "München" heißt ist zu sehen. Man sieht auch die Jachten recht nett. Leider darf man die nicht direkt besichtigen. Allerdings kann man vom Bootssteg aus die Füße zum abkühlen ins Wasser hängen (auch wenn die das nicht gerne sehen). Wassertreten kann man ansonsten gleich nebenan bei den Kroaten. Den Pavillion der Kroaten sieht man hier recht gut (der blaue Klotz). Ansonsten sieht man noch Monaco (links) und am rechten Rand China. Im Hintergrund ist das Haus der Jemeniter. Auch der deutsche Pavillion ist von oben recht nett anzuschauen. Wenn man das Bild so sieht, könnte man meinen, das wäre eine Zeichnung für einen Entwurf. Ist es aber nicht. Ist ein Originalfoto von mir. Mehr dazu auch später. Von der Seilbahnplattform aus hat man auch sonst einen guten Überblick. Rechts sieht man den Pavillion der Briten. Auf dem Gebäude steht "UK @ EXPO2000". Wenn man durch den Pavillion durch ist, kann man am Ende bei einem Preisauschreiben mitmachen. Hier die Lösungen: Schottland (da tragen die Männer Röcke), Wales (davon ist Charles der Prince) und London (da liegt der Hydepark). Bei den Franzosen war zu Anfang richtig was los. Wir sind am Abend erst dahin gegangen. Im Hintergrund der größte Briefkasten der Welt. Der gehört nicht zu Frankreich, sondern zur Deutschen Post. Dafür haben die Franzosen Rebstöcke mit nach Hannover gebracht. Ob da im Oktober Wein draus gemacht wird? "Chateau Ernst August" oder so ähnlich.
So, dann hatte uns die Erde wieder. Und wir sind zuerst zu den Briten rein. Da gibt es ein Austellungsstück zum Thema Gärten. Warum erinnert mich das bloß an die Teletubbies? Ansonsten gehört der britische Beitrag wirklich zu denen, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Das gilt auch für die Schweden. Die haben zwar kein Riesenangebot. Aber das was die zeigen hat es in sich. Neben den neuesten (von Kindern entworfenen) IKEA-Möbelstudien (wirklich gute Ideen) zeigen diese Aufnahmen Durchschnittschweden (im Sinne des Wortes) als Computertomographien. Am meisten beeindruckt bei den Schweden hat mich allerdings Brainball. Durch Hirnströme alleine muß versucht werden, den Ball in den gegnerischen Kreis zu bekommen. Vom größten Nepp habe ich leider keine Bilder gemacht. Natürlich sind essen und trinken auf einer Messe teuer. Aber das ein pappiger Hamburger (ohne Dressing!) mit lauwarmen Pommes 17,80 DM kosten soll ist eine Sauerei ohne gleichen. Die wußten schon, warum sie die Preise so klein geschrieben haben. Tipp: Geht zu den Amerikanern (also McD), die haben moderate Preise. Auch nicht übertrieben teuer ist das Restaurant im deutschen Pavillion. Thüringer Brat: DM 6,- Cola: DM 4,-. Natürlich ist das teurer als in Bremen vorm Hauptbahnhof, aber als Messepreis noch akzeptabel. Ach ja, noch was, auf die Becher von den Kiosken ist DM 1,- Pfand. Also nicht wegwerfen. Das wäre zum Ende des Tages sowieso schwierig. Ich frage mich, warum die nicht hin und wieder die Mülleimer im Laufe des Tages entleeren. Auch die Toiletten lassen zum Ende des Tages zu wünschen übrig. Da müßte noch was getan werden. Wenn man bei den Schweden war, ist gleich gegenüber der Stand der Finnen. Auch recht reizvoll... besonders der Wald :-) Bevor es in den Wald geht, geht man durch eine Kinderwelt. Da ist mir besonders der Baum mit den Handybirdies aufgefallen. Natürlich haben die gebimmelt.....
Das die Niederländer einen Hang zum extravaganten haben ist ja nichts Neues. Aber das ist wirklich irre. Oben rauscht Wasser an den Wänden runter. Ganz unten muß man erst mal auf "de Lift" warten. Das wäre auch gar nicht so schlimm, wenn erstens nicht ständig diese Notrufsäulen ("verkerswacht") lärmen würden, und dann nicht ausgerechnet 2 von 3 Fahrstühlen ausgefallen wären. Ist natürlich klar, das es da zu Drängeleien kommt. Naja, bis Oktober haben die Holländer ja noch Zeit. Außerdem muß man einem bekannten Horrorfilm (s.o.) ja Genüge tun. Wenn man dann oben ist, hat man allerdings ein herrlichen Blick über das Gelände. Wenn man dann nach unten geht, bekommt man noch zwei Filme zu sehen. Also uns haben sie gefallen. Mitten in diesem Block haben die "Kaasköppe" neben diesen beiden Kinos (eines mit 270° Rundblick) auch einen Wald gepflanzt. Ist doch normal, oder? Und da die Niederländer berühmt sind für ihre Gewächshäuser haben sie natürlich eins mitgebracht. Wer will jetzt noch behaupten, das Blumen keine Computer brauchen. Das ist also das Geheimnis!
Bei den Belgiern hatte man wohl eher Angst, das nicht genug Leute kommen. Jedenfalls sind alle Personen auf diesem Bild Pappkameraden. Richtig enttäuschend war es leider im Pavillion der Portugiesen. Außer einer Großbildleinwand war nicht viel zu sehen. Da komme ich übrigens zu einem Thema, das mir ziemlich sauer aufgestoßen ist. Der Einfallsreichtum einiger Länder ist wirklich armselig. Jede Menge Monitore mit Tourismusreklame. So habe ich mir die Expo nicht vorgestellt. Zum Glück gibt es jede Menge Länder, die mehr daraus machen. Aber egal, besser man ist da (wenn auch etwas abgespeckt), und nicht so wie die Amerikaner, die es tatsächlich NICHT (!!!) geschafft haben nicht mal 'nen winzigen Stand aufzubauen. Aber Andorra und Monaco sind dabei. Ich meine mal, für die größte Wirtschaftsmacht der Welt ist das ein Armutszeugnis. Selbst Litauen ist dabei. Seine Weihnachtsbäume haben etwas recht exotisches. Wenn es im Gebäude auch recht öde ist. Wenn man dann so weiter geht, kommt man automatisch auch zu den Vereinigten Arabischen Emiraten. Im Gebäude gibt es Werkstätten und Läden zu sehen (mit echten Gewürzen). Am Ende gibt es noch ein Kino. Aber da hatten wir dann keine Lust uns anzustellen. Überhaupt "anstellen"; manche Aussteller machen das anscheinend mit Absicht. Das sollten die sein lassen, weil es nicht nötig ist. Aus diesem Grund haben wir uns z.B. nicht die Pavillions von Dänemark, Kroatien und Spanien angeschaut. Keinerlei Infos über die Wartezeit. Auch bei den Chinesen wäre das sozialistische Wartekollektiv nicht nötig gewesen. Naja, dafür haben die Chinesen mit interessanten Dingen aufgewartet. Oder hat jemand von Euch gewußt, das die Chinesen über ein Lunarmobil verfügen. Über den ökologischen Unsinn des 3-Schluchten-Staudamms wurde ja mittlerweile oft genug berichtet. Trotzdem ist das Modell schon recht eindrucksvoll.
Normalerweise haben alle Aussteller Gebäude errichtet. Normalerweise..... In Jordanien ist das anders. Dort geht man mit dem Basar in die Erde. Immerhin eine interessante Idee. In der Tschechei gibt es neben einer Kirche die Möglichkeit die Reinkarnation (=Wiedergeburt) durchzumachen. Wer etwas Zeit hat, sollte das ruhig machen. Bis das Bild gedruckt ist, kann es aber schon mal 20-30 Minuten dauern :-((( Ansonsten hat man dort eine seltsame Vorstellung von Büchereien. Was, wenn ich ein Buch so mitten aus dem Stapel lesen wollte....? Was für ein Glück, das ich der tschechischen Sprache nicht mächtig bin. Gleich neben der Tschechei (auf der Landkarte, wie auch auf der Expo) liegt Polen. Das sollte man sich antun! Besonders empfehlenswert: Das Waldkino. Gut versteckt in einem der Gebäude. Und immer daran denken. In 90 von 100 Expokinos (-Fernsehsälen) gibt es keine Sitzplätze... So auch hier. Der Film ist allerdings nur 6 Minuten lang. Die Norweger haben sich etwas besonderes einfallen lassen. Ein Block (Raum der Ruhe) auf dem draußen das Wasser tobt. Wenn Ihr das Glück habt und Ihr nicht - wie wir - mit einer Truppe schnatternder Russinnen in den Raum kommt muß das faszinierend sein. Naja egal.... Die Schweizer sind zwar berühmt für Ihren Käse. Kein Käse ist aber das Labyrinth. Das ist vielleicht eher dafür gedacht, Geld zu verstecken. Reingehen lohnt sich. Darin wird Musik gemacht. Außerdem haben die noch ein Bistro drin. Auf diesem Bild kann man sehr schön rechts Norwegen, links die Schweiz und im Hintergrund die Niederlande sehen. Interessant ist auch der Wasserfall im Vordergrund. Sowas hätten die Amerikaner auch machen können. Aber halt! Sind sie doch da, und ich habe sie übersehen? Ist wohl eher ein Witz. Aber was soll's, es gibt "Heißen Hund". Nachdem es uns am Vormittag bei den Franzosen mit der langen Schlange nicht gefallen hat, sind wir abends (mittlerweile auch schon gut 19:00 Uhr) noch mal hin. Und siehe da, man kommt tatsächlich rein. Besonders schön ist der Vulkan nach Reunion.
Wenn man auf die Expo geht, muß man natürlich auch in den größten Briefkasten der Welt gehen. Ganz oben gibt es übrigens eine Brücke und da kann man tatsächlich Post einwerfen. Allerdings würde ich es keinem empfehlen das zu tun, weil einige Karten sich in dem Kartenschacht (aus Glas) schon verfangen haben. Rauf kommt man übrigens mit einem Lift. Runter geht's per pedes. Ach ja, so sieht eins von diesen Kästchen aus, aus dem der Briefkasten besteht. Von hier oben hat man auch eine schönen Blick auf den deutschen Pavillion. Und da drin befinden sich die Gipsbüsten berühmter Deutscher. Übrigens habe ich keine berühmte deutsche Frau gesehen. Warum mich diese Büsten von Brandt, Adenauer und Erhardt allerdings an Mount Rushmore erinnern, wird wohl ewig ein Geheimnis bleiben :-). Das ist übrigens der 1. Teil des deutschen Beitrags. Weiter geht es in einen Kinosaal (keine Sitzplätze) in dem man in deutsch, englisch und französich aufgefordert wird nach vorne vorzurücken. Der Film der dann kommt ist wirklich sehr beeindruckend. Besonders die Soundeffekte. Damit wäre dann auch der zweite Teil abgeschlossen. Man kommt danach in den dritten Teil. Das Thema heißt wohl "alles dreht sich, alles bewegt sich". Es werden kurze Filme von den Bundesländern gezeigt. Den Bremer Filmbeitrag fand ich etwas dürftig (den Bremer Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus). Dafür war dann das Bremer Ausstellungstück sehr interessant: Ein Stück Spacelab. Insgesamt ist aber auch der dieser dritte Teil absolut sehenswert. Wer einen MPEG-Player hat, kann sich diesenFilm mal anstarten. Er ist 15 Sekunden lang und zeigt den 3. Teil.
Alles in Allem hat uns die Expo bisher recht gut gefallen. Bisher haben wir allerdings nicht mehr als ein Viertel (max. ein Drittel) gesehen. Dafür haben wir gut und gerne 10-12 Stunden (inkl. Pausen) gebraucht. Den Rest wollen wir uns auch noch anschauen. Mal sehen, ob ich den Bericht dann weiter führe.....

Gruß
Roland

Schreibt mir doch mal, was Ihr von meinem "kleinen" Expobericht haltet

Nachtrag: Mittlerweile haben sich eine ganze Menge Leute gemeldet, die auf diese Seite gestossen sind. Vielen Dank für die netten Mails. Da ich mittlerweile schon ein zweites Mal da war, und natürlich auch wieder jede Menge Bilder gemacht habe, werde ich diesen Bericht fortsetzen, und außerdem bei der Gelegenheit auch gleich mal umbauen (Schrift und Bilder kleiner, bzw. Vorschaubildchen usw.). Da das aber noch einen Moment dauern kann (Job etc.) möchte ich Euch trotzdem die Bilder nicht vorenthalten. Außerdem möchte ich Euch bei dieser Gelegenheit noch andere gute Internetseiten mit dem Thema anbieten. Schaut sie Euch an, sie sind wirklich sehr gut gemacht und auch sehr informativ.
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Der Bericht von Einheimischen
Wissenswertes von Peter Dörling
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